Der Zwergplumplori (Nycticebus pygmaeus) gilt neben dem Kayan-Plumplori als kleinster Vertreter der Plumploris, von denen bis zu neun verschiedenen Arten unterschieden werden. Diese nachtaktiven Primaten, die ein verborgenes Leben in den Wäldern Süd- und Südostasiens führen, sind bisher wenig erforscht.

Der Zwergplumplori bewohnt unterschiedliche Lebensräume in Vietnam, Laos und Kambodscha und ist auch im südlichen China verbreitet. Womöglich kommt diese Tierart im südlichen China allerdings nicht ursprünglich vor, sondern wurde hier von Menschen eingeführt. Bei den dort wild lebenden Tieren könnte es sich um entflohene Tiere und deren Nachkommen halten, die Zwergplumploris häufig als Heimtiere gehalten werden.

Den Tag verbringt der Zwergplumplori üblicherweise zusammengerollt im Dickicht, während er sich nachts auf Nahrungssuche begibt. Je nach bewohntem Lebensraum variiert der Speiseplan des Zwergplumploris. Beobachtungen wild lebender Tiere haben allerdings ergeben, dass der Zwergplumplori sich hauptsächlich von Baumsäften und Pflanzengummi ernährt. Um an die Baumsäfte zu gelangen, meißelt er mit seinem Zahnkamm Löcher in Baumrinde, bis Baumsaft austritt, den er dann mit seiner langen Zunge aus den Löchern leckt. Seine zweite, deutlich kleinere Zunge, nutzt der Zwergplumplori anschließend wie einen Zahnstocher und pult mit dieser Essenreste oder Holzsplitter aus dem Zahnkamm. Plumploris sind spezialisiert auf Baumsäfte, die bis zu 90 Prozent der Ernährung dieser Primaten ausmachen können. Abgesehen von Baumsäften ernähren Plumploris sich auch von Nektar, den sie aus Blüten schlecken, und Insekten sowie anderen Gliederfüßern – gelegentlich werden auch Früchte und kleinere Wirbeltiere gefressen. Als Alternative zu Baumsäften und Pflanzengummi wird Plumploris in Zoologischen Gärten übrigens Gummi arabicum gefüttert.

Unklar ist, ob der Zwergplumplori tatsächlich, wie bisher angenommen, eine eher einzelgängerische Lebensweise führt, da jüngere Forschungsarbeiten häufig soziale Interaktion zwischen Individuen bei verschiedenen Plumplori-Arten beobachten konnten.

Plumploris zählen zu den wenigen giftigen Säugetieren und sind die einzigen bekannten Primaten, die über ein Gift verfügen. Dafür bilden Plumploris ein Sekret in einer Drüse in der Armbeuge. Bei Gefahr lecken sie das Sekret auf und das dabei in Verbindung mit dem Speichel entstehende Gemisch macht den Biss eines Plumploris giftig. Nach einem Biss traten bei Menschen Entzündungen, Taubheit, Ödeme und Eiterungen auf. Der Biss kann aber auch einen anaphylaktischen Schock, Herzrasen, Abfall des Blutdrucks und Störung der Organdurchblutung auslösen und letztlich sogar einen Menschen töten. Eventuell hängt die Giftigkeit der Plumploris mit ihrer Nahrung zusammen, sodass diese durch das Fressen von giftigen Gliederfüßern wie Spinnentieren, Insekten oder Tausendfüßern, oder giftigen Baumsekreten entsteht. Denn nur selten wird von Vergiftungen nach Bissen durch Plumploris in menschlicher Obhut berichtet.

Der Zwergplumplori, wie auch die anderen Plumplori-Arten, sind vor allem durch das Fangen und den Handel für den illegalen Heimtiermarkt bedroht. Zwergplumploris werden außerdem häufig nach Thailand geschmuggelt, wo sie in Urlaubsgegenden Touristen gegen Geld für Fotos angeboten werden. Damit der giftige Biss der Tiere keine Gefahr darstellt, werden ihnen häufig Zähne gezogen. Das Fangen der Zwergplumploris und anderer Plumplori-Arten stellt sich als einer der Hauptgefährdungsursachen dieser Primaten heraus. Auf der IUCN Red List of Threatened Species (Rote Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN) wird der Zwergplumplori als „gefährdet“ (VU) geführt.

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Häufig gestellte Fragen

  • Was ist ein Zwergplumplori?

    Der Zwergplumplori (Nycticebus) ist eine kleine, nachtaktive Primatenart. Er gehört zu den Loris und ist für seine großen Augen bekannt.

  • Wie wird der Zwergplumplori zoologisch eingeordnet?

    Der Zwergplumplori gehört zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), Ordnung Primates (Primaten), Unterordnung Strepsirrhini (Feuchtnasenprimaten), Familie Lorisidae (Lorisartige), Gattung Nycticebus und zur Art Nycticebus pygmaeus. Es handelt sich um die kleinste Art der Plumploris.

  • Wo lebt der Zwergplumplori?

    Der Zwergplumplori ist in Teilen Südostasiens verbreitet, insbesondere in Vietnam, Laos und Kambodscha. Er bevorzugt tropische und subtropische Wälder, Sekundärwälder sowie Waldränder, wobei er vor allem in der unteren bis mittleren Baumschicht aktiv ist.

  • Wie groß und schwer wird ein Zwergplumplori?

    Er erreicht etwa 15–25 cm Körperlänge und wiegt meist zwischen 300 und 600 Gramm. Damit ist er einer der kleinsten Vertreter der Loris.

  • Was frisst ein Zwergplumplori?

    Der Zwergplumplori ernährt sich größtenteils von Baumsäften. Ergänzt wird seine Nahrung z. B. von Früchten, Insekten, kleinen Wirbeltieren und anderen tierischen Proteinquellen.

  • Ist der Zwergplumplori giftig?

    Ja – einzigartig unter Primaten besitzt er ein mild giftiges Sekret an den Armbeugen, das er mit Speichel mischt.

  • Ist der Zwergplumplori gefährdet?

    Ja. Er gilt als stark gefährdet, vor allem durch Lebensraumverlust, illegalen Wildtierhandel und die Nachfrage nach „Haustieren“ oder traditionellen Heilmitteln.

  • Wie lebt der Zwergplumplori sozial?

    Der Zwergplumplori ist überwiegend einzelgängerisch. Die Tiere kennen zwar Nachbarn und kommunizieren über Duftmarken und Laute, verbringen aber die meiste Zeit allein.

  • Wie lange lebt ein Zwergplumplori?

    In der Natur liegt die Lebenserwartung bei etwa 10–15 Jahren, in menschlicher Obhut kann er über 20 Jahre alt werden.

  • Wie pflanzt sich ein Zwergplumplori fort?

    Zwergplumploris erreichen die Geschlechtsreife mit ca. 1–2 Jahren. Die Paarungszeit ist zwar nicht strikt saisonal, aber meist in der Regenzeit. Die Weibchen haben eine Tragzeit von ca. 6 Monaten. Ein Wurf besteht meist nur aus einem Jungtier. Jungtiere werden von der Mutter getragen und gesäugt. Die Männchen beteiligen sich kaum an der Aufzucht.

  • Gibt ein Zwergplumplori Laute von sich?

    Ja. Obwohl sie oft leise sind, können Zwergplumploris pfeifen, zirpen und fiepen – vor allem zur Kommunikation mit Jungtieren oder bei Stress.

  • Kann man Zwergplumploris als Haustiere halten?

    Nein. Die Haltung ist in vielen Ländern illegal und schädlich für die Tiere. Als Wildtiere mit speziellen Bedürfnissen leiden sie stark in Gefangenschaft – vor allem durch Licht, Stress und falsche Ernährung.

  • Warum sieht man Zwergplumploris selten in der Natur?

    Zwergplumploris sind selten zu sehen, weil sie nachtaktiv, scheu und hervorragend getarnt sind. Ihr versteckter Lebensstil macht sie schwer zu entdecken.

  • Was ist typisch für die nachtaktive Lebensweise des Zwergplumploris?

    Zwergplumploris haben große, nach vorne gerichtete Augen für Dämmerungs- und Nachtsehen. Zum Schutz vor Prädatoren bewegen sie sich vorsichtig. Sie verfügen über greiffähige Hände und Füße für eine sichere Fortbewegung auf dünnen Ästen und haben die Fähigkeit, den Körper für längere Zeit in Ruheposition zu fixieren.

  • Wie kann ich eine Patenschaft für einen Zwergplumplori im Zoo Dortmund abschließen?

    Unter https://buchung.zoofreunde-dortmund.de/patenschaften/zwergplumplori können Sie eine Patenschaft über einen Zwergplumplori im Zoo Dortmund abschließen.

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