Das Erdmännchen (Suricata suricatta) bewohnt trockene Regionen mit kurzem Grasbewuchs im südlichen Afrika, wo das kleine Raubtier hauptsächlich in Savannen vorkommt, aber auch Halbwüsten bewohnt. Das Erdmännchen tritt dabei in der Regel in einer großen Gruppe auf, die bis zu 40 Individuen umfassen kann und von einem dominanten Weibchen angeführt wird. Dieses Weibchen bestimmt, wo die Gruppe lebt, und ist üblicherweise auch das einzige Weibchen in der Gruppe, das Nachwuchs bekommt.

Tagsüber begibt die Erdmännchen-Gruppe sich auf Nahrungssuche. Dabei erbeuten diese Mangusten größtenteils Insekten. Wenn möglich fressen sie aber auch Eier, Vögel, Reptilien und kleine Säugetiere. Während der Suche nach Fressbarem hält für gewöhnlich mindestens ein Mitglied der Gruppe auf einer erhöhten Position, zum Beispiel einem Stein, einem Baumstumpf, einem Ast oder einem Termitenhügel, Wache und sucht den Boden und die Luft nach Feinden ab. Dabei hält der Wächter vor allem nach Greifvögeln, aber auch zum Beispiel auch Schakalen und anderen größeren Raubtieren Ausschau und gibt fortlaufend ein Piepen von sich, welches den anderen Mitgliedern seiner Gruppe signalisiert, dass es auf dem Posten ist. So können diese sich entspannt der Nahrungssuche widmen. Bei Gefahr bellt der Wächter laut los und die Gruppe ergreift die Flucht und zieht sich, wenn möglich, in ihren unterirdischen Bau zurück.

In ihrem Erdbau, den die Erdmännchen-Gruppe oft von Erdhörnchen oder Springhasen übernimmt, verbringen die Tiere auch die Nacht sowie die Mittagshitze und verregnete Tage. Gelegentlich teilen Erdmännchen sich einen Bau auch mit Fuchsmangusten.

In Zoos gehört das Erdmännchen ohne Zweifel zu den beliebtesten Zootieren und ist eine der am häufigsten gehaltenen Tierarten in Zoologischen Gärten. Außerdem genießt diese Tierart einen enormen Bekanntheitsgrad. Dabei war das Erdmännchen nicht immer so bekannt und so beliebt.

Auf der IUCN Red List of Threatened Species (Rote Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN) wird das Erdmännchen als „nicht gefährdet“ (LC) geführt.

Erdmännchen für Profil 2026

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Häufig gestellte Fragen

  • Was sind Erdmännchen?

    Erdmännchen (Suricata suricatta) sind kleine, tagaktive Raubtiere aus der Familie der Mangusten. Sie leben in großen Familienverbänden und sind für ihre aufrechte Wachhaltung bekannt.

  • Wo leben Erdmännchen?

    Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Namibia, Südafrika, Botswana und Angola (Teile des Südwestens). Ihre Lebensräume sind offene, trockene Savannen und Halbwüsten wie die Kalahari. Sie bevorzugen lockere Böden, die geeignet zum Graben weitverzweigter Bausysteme sind.

  • Wie groß werden Erdmännchen?

    Erdmännchen erreichen eine Körperlänge von 24–35 cm und haben eine Schwanzlänge von 17–25 cm. Ihr Gewicht liegt bei 600–900 g.

  • Welche morphologischen Merkmale kennzeichnen Erdmännchen?

    Ihr schlanker Körperbau ist ideal für unterirdische Gänge. Erdmännchen haben große Augen mit dunklen „Augenmasken“ zur Reduktion von Blendung und lange, gebogene Vorderkrallen zum Graben. Sie haben ein dünnes, hellbraunes Fell mit dunklerem Schwanzende.

  • Wovon ernähren sich Erdmännchen?

    Sie sind insektenfressende Karnivoren, fressen aber auch kleine Wirbeltiere. Ihre Hauptnahrung sind Insekten (z. B. Käfer, Termiten, Grillen), Skorpione, Spinnen, kleine Reptilien und gelegentlich Eier oder kleine Vögel. Erdmännchen besitzen ein Enzymsystem, das sie weitgehend unempfindlich gegen Gifte macht.

  • Sind Erdmännchen soziale Tiere?

    Erdmännchen sind extrem soziale Tiere.
    Typisch für sie sind Gruppen („Mobs“ oder „Clans“) von 10–30 Tieren. Ein dominantes Paar ist Kern der Gruppe. Es gibt eine klare Arbeitsteilung (Aufpasser, Babysitter, Jäger). Erdmännchen haben ein kooperatives Verhalten, besonders bei der Aufzucht und verfügen über eine komplexe vokale Kommunikation.

  • Wie kommunizieren Erdmännchen?

    Sie nutzen eine Vielzahl von Lauten – von Warnrufen über Kontaktrufe bis hin zu Beruhigungslauten. Das Kommunikationssystem umfasst über 30 Lauttypen (Warnrufe, Kontaktlaute, Alarmstufen). Die Lautvielfalt dient der präzisen Gefahrenabschätzung (z. B. Unterschied zwischen Luft- und Bodenfeinden). Ihre typische Körperhaltung ist die Wachpostenhaltung. Erdmännchen nutzen Duftmarkierungen zur Revierabgrenzung.

  • Warum stehen Erdmännchen auf den Hinterbeinen?

    Die aufrechte Haltung dient der Wachsamkeit. Ein „Wächter“ hält Ausschau nach Raubtieren wie Greifvögeln, während der Rest der Gruppe nach Nahrung sucht.

  • Wie lange leben Erdmännchen?

    Erdmännchen werden meist 6–10 Jahre alt, in menschlicher Obhut oft bis zu 12–14 Jahre.

  • Wie pflanzen sich Erdmännchen fort?

    Die dominanten Weibchen bringen 2–4 Würfe pro Jahr. Die Wurfgröße liegt bei 2–5 Jungtieren. Die Erdmännchen haben eine Tragzeit von ca. 70–77 Tagen. Alle Gruppenmitglieder helfen bei der Betreuung, Bewachung und Fütterung. Jungtiere sind nach 3–4 Wochen selbstständig genug, um die Baue zu verlassen.

  • Haben Erdmännchen natürliche Feinde?

    Ja. Ihre natürlichen Feinde sind Greifvögel (Adler, Habichte, Sekretäre), Schakale, Schlangen (z. B. Kobras und Puffottern) und größere Raubtiere, die Baue aufbrechen können. Ihre ausgefeilte Wachposten- und Alarmstrategie senkt das Prädationsrisiko deutlich.

  • Sind Erdmännchen gefährdet?

    Derzeit gelten sie als nicht gefährdet. Ihre Population ist stabil, auch wenn Lebensraumverlust und Raubtiere in manchen Regionen lokale Bestände beeinflussen.

  • Welche ökologischen Funktionen erfüllen Erdmännchen?

    Erdmännchen regulieren die Insekten- und Kleintierpopulationen. Außerdem erfolgen durch das Graben die Belüftung und Vermischung von Böden und sie schaffen neue Mikrohabitate für andere Arten (z. B. Insekten, Reptilien). Sie wirken somit als „Ökosystemingenieure“ in Trockengebieten.

  • Welche Besonderheiten zeigt ihr Verhalten?

    Typisch für Erdmännchen ist das „Wachpostenverhalten“: einzelne Tiere sichern die Umgebung von einem erhöhten Punkt aus. Es existieren starke Bindungen innerhalb des Clans. Erdmännchen nutzen ausgedehnte Sonnenbäder am Morgen zur Temperaturregulation. Erwachsene Erdmännchen bringen den Jungtieren aktive Jagdtechniken bei (selten bei nicht-primate Arten), das sogenannte „Teaching Behaviour“.

  • Wie passen sich Erdmännchen an extreme Hitze an?

    Erdmännchen reduzieren ihre Aktivität vor allem auf kühlere Morgen- und Abendstunden. Sie nutzen kühle, unterirdische Bausysteme. Ihre dunklen Augenringe schützen vor starker Sonneneinstrahlung. Außerdem verfügen Erdmännchen über eine effiziente Wasserverwertung (sie beziehen Wasser primär aus Nahrung).

  • Können Erdmännchen als Haustiere gehalten werden?

    Nein. Erdmännchen sind Wildtiere mit komplexem Sozialverhalten und speziellen Bedürfnissen.

  • Wie kann ich eine Patenschaft für ein Erdmännchen im Zoo Dortmund abschließen?

    Unter https://buchung.zoofreunde-dortmund.de/patenschaften/erdmannchen können Sie eine Patenschaft über ein Erdmännchen im Zoo Dortmund abschließen.

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